Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH Oberursel (Taunus)
Willkommen Willkommen Willkommen
Oberursel.de
 

Historie des Camp King

Das Camp King, heute ein familienfreundliches Wohngebiet, ist ein Ort, der reich an Geschichte ist.

 

Die Epoche der Kelten

Von frühgeschichtlichem Interesse ist der durch das Gebiet verlaufende Heidengraben, eine Wall-Graben-Anlage aus dem 1. Jahrhundert vor Christus, und somit ein nach dem hessischen Denkmalschutzgesetz eingestuftes Kulturdenkmal.

Im Rahmen von baubegleitenden archäologischen Untersuchungen konnten zwar keine eindeutigen archäologischen Strukturen lokalisiert werden. Der beauftragte Archäologe, Herr Dr. Schmitt, wurde dennoch fündig. Neben ca. 300 Scherben von Vorratsgefäßen aus der jüngeren Eisenzeit entdeckte er im September 2000 bei Kanalbauarbeiten in der Nähe des Rosengärtchens einen keltischen Verhüttungsplatz, einen so genannten Rennofen, der sorgfältig dokumentiert und dann wieder mit Erde bedeckt wurde.

Der Traum, das Grab einer Keltenfürstin zu finden, hat sich allerdings nicht erfüllt.

Das Camp King: Ein Ort reich an Geschichte


Ein großer Zeitsprung und wir befinden uns in der

Zeit von 1937 bis 1940

Im nordwestlichen Teil des Gebietes entstand ab 1937 der sogenannte Reichssiedlungshof, eine Lehr- und Musteranlage für das deutsche Siedlungswesen, die vor allem der Weiterbildung von Architekten und Handwerkern, aber auch von Baubeamten und Bürgermeistern dienen sollte.

Einige der nach hessischen Landschaften benannten Fachwerkhäuser wurden auf der 1. Deutschen Bau- und Siedlungsausstellung in Frankfurt am Main ausgestellt, bevor sie in Oberursel wieder aufgebaut worden sind.

Das Ensemble des ehemaligen Reichssiedlungshofes, das aus 21 Wohn- und Wirtschaftsgebäuden bestand, ist im wesentlichen ungestört erhalten geblieben und vom Landesamt für Denkmalpflege als Sachgesamtheit gem. § 2 (1) des HDSchG eingestuft worden. Diese umfasst alle während der 30er Jahre entstandenen Bauten einschließlich des nördlich des großen Eichenhains liegenden Gemeinschaftshauses.

Der Reichssiedlungshof als Campusuniversität für Architekten und Handwerker

  Reichssiedlungshof  

 

Dulag Luft – 1940 bis 1945

Die Nutzung als Hochschule für Siedeln, Wohnen und Bauen endete mit Beginn des 2. Weltkrieges.

Ab 1940 wurde das Gelände des Siedlungshofes als Dulag Luft zu einem zentralen Durchgangslager für Kriegsgefangene mit einem Vernehmungszentrum für alliierte Flieger umfunktioniert. Südlich vom Siedlungshof entstanden umfangreiche Barackenbauten.

Abgeschossene, alliierte Piloten wurden gemäß der Genfer Konvention relativ gut behandelt. Die Auswertestelle West setzte detektivischen Spürsinn und große Hartnäckigkeit ein, um von den Kriegsgefangenen kriegswichtige Informationen zu erhalten. Im Lauf der Jahre wurden ca. 40.000 Kriegsgefangene verhört.

Das Gelände im Dienste des 2. Weltkrieges

Die amerikanische Zeit im Camp King – 1945 bis 1993

In den ersten Wochen nach Kriegsende diente das eingezäunte Gelände kurzzeitig als Kriegsgefangenenlager für deutsche Soldaten. Später wurden prominente Nationalsozialisten nach Oberursel gebracht und von Dr. Robert Kempner, dem späteren Ankläger bei den Nürnberger Prozessen, vernommen.

Dr. Eugen Kogon, der als Nazigegner 1939 – 45 im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert war, lebte 1945 im Camp als freiwilliger Chronist der US-Army und begann hier mit der Niederschrift des Buches „Der SS-Staat".

Benannt wurde das Lager am 19.09.1946 nach Colonel Charles B. King, der 1944 bei der Invasion der Alliierten in Frankreich gefallen war.

Ab 1946 nutzte die amerikanische Spionageabwehr CIA den Standort, unter deren Patronage die Organisation Gehlen, ein Vorläufer des heutigen Bundesnachrichtendienstes (BND), Nachrichten aus den Ostblockstaaten, insbesondere der damaligen DDR, sammelte.

Auf dem Gelände entstanden Wohnungen für 450 Menschen mit Einkaufszentrum, Kino, Sporthalle, einer Kapelle für alle Konfessionen und einem kleinen Gefängnis.

Einblicke in das Leben der Amerikaner in dieser Stadt in der Stadt gibt die Sammlung des ehemaligen Barkeepers Frank Gaidosch, die heute im Stadtarchiv aufbewahrt wird.

Im Herbst 1993 verlassen die amerikanischen Streitkräfte die Stadt Oberursel. Das Gelände fällt an die Bundesrepublik Deutschland zurück.

„Don't look back", dies ist der Titel eines Kunstwerks, das der Frankfurter Künstlers Thomas Kilpper (*1955) 1998 in der Basketballhalle des ehemaligen US-Militärgeländes Camp King geschaffen hat.

In der bereits leerstehenden, zum Abriss bestimmten Halle verwandelte der Künstler über mehrere Monate hinweg den gesamten ca. 300 m² großen Parkettboden in einen Holzschnitt, dessen einzelne Szenen sowohl auf die Geschichte des Ortes Bezug nehmen als auch die Biographie des Künstlers reflektieren.

Camp King – eine Hochburg der Spionageabwehr

 

 

 

Persönlichkeiten von
historischer Bedeutung

 

  Camp King  

 

1993 bis heute

» Entwicklung

Die Entwicklungsgeschichte eines Militärareals zum hochwertigen Lebensraum

 
Startseite